Joachim arbeitet am Schreibtisch

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Plastics & Recycling

27. April 2026

Wenn Abfall zum Wertstoff wird, verändert sich der Zugang im Unternehmen

Joachim Puhm hält Recyclat in der Hand und den Rohstoff in der anderen Hand - K-Messe 2025, wenn Abfall zum Wertstoff wirdSekundärrohstoff und Recyclat live verarbeitet auf der K-Messe 2025

Seit der Einführung des Pfandsystems 2025 zeigt sich in Österreich deutlich: Sobald Abfall einen Wert bekommt, verändert sich unser Verhalten. Leere Getränkeflaschen werden nicht mehr achtlos weggeworfen. Sie werden gesammelt, aufbewahrt und zurückgebracht.

Nicht, weil plötzlich alle Menschen ihr Umweltbewusstsein entdeckt hätten. Sondern weil man Geld zurück bekommt. Aus etwas, das man loswerden wollte, wurde ein Wertgegenstand.

Was einen Wert hat, wirft man nicht einfach weg.

Diese Dynamik ist auch für Unternehmen entscheidend – besonders im Umgang mit Kunststoffabfällen. Solange Abfall nur als etwas betrachtet wird, das entsorgt werden muss, bleibt er ein Kostenfaktor. Die Perspektive entscheidet darüber, ob Kunststoff im Unternehmen als Problem oder als Ressource gesehen wird. Die zentrale Frage lautet:

Welcher Wert steckt in Ihrem Kunststoff-Abfall?

Üblicherweise fallen in produzierenden Unternehmen Kunststoffabfälle an – etwa Produktionsreste aus der Fertigung, Verpackungsfolien oder Ausschussmaterialien. Solange diese Materialien als Abfall betrachtet werden, entstehen nur Kosten für Entsorgung, Transport und administrativen Aufwand.

Sobald Kunststoffabfälle als Wertstoffe verstanden werden, verändert sich der Umgang damit grundlegend. Durch gezielt gesammelte, sortenrein geführte und wieder in den Kreislauf zurückgebrachte Materialien – entsteht Wert:

  • Ökologisch, weil Ressourcen geschont werden.
  • Organisatorisch, weil Prozesse klarer werden.
  • Wirtschaftlich, weil Materialien planbar bleiben.

Plötzlich ist klar, wie viele Tonnen Kunststoff jährlich das Unternehmen verlassen – und welchen Wert das tatsächlich hat. Für die Geschäftsführung wird deutlich, dass Kreislaufwirtschaft kein Zusatzprojekt ist: sie wird Teil einer strategischen Entscheidung darüber, wie ein Unternehmen mit seinen Ressourcen umgeht.

Was ändert sich, wenn Abfall als Wertstoff gesehen wird?

In unserer Praxis beobachten wir, dass sich das Verhalten in den Unternehmen unserer Kunden verändert, sobald der Wert sichtbar wird. Aus einem Thema, das man möglichst schnell auslagern wollte, wird ein Bereich, den man aktiv gestaltet:

  • Mitarbeitende gehen bewusster mit Materialien um
  • Sammelsysteme werden optimiert
  • Materialverluste werden reduziert
  • interne Abläufe werden transparenter

Portrait von Gabi PuhmWenn wir den Wert eines Materials erkennen, beginnen wir, Verantwortung dafür zu übernehmen. Dieser Perspektivwechsel ist oft der entscheidende Schritt hin zu funktionierender Kreislaufwirtschaft, meint Gabi Puhm, Geschäftsführerin der Puhm Green GmbH.

Kriterium Abfall Wertstoff
Grundverständnis Material, das entsorgt werden soll Material mit weiterem Nutzen im Kreislauf
Wahrnehmung im Unternehmen Störfaktor / Kostenstelle Ressource / potenzieller Rohstoff
Ziel Beseitigung Wiederverwertung
Wirtschaftlicher Effekt Verursacht Entsorgungskosten Kann Erlöse oder Einsparungen bringen
Umgang im Betrieb Wird gemischt gesammelt und abgeführt Wird getrennt, sortenrein erfasst
Systemlogik Linear (Ende des Lebenszyklus) Zirkulär (Teil des Kreislaufs)
Beispiel Kunststoff Verschmutzte, unsortierte Folien Saubere, sortenreine Folien oder Mahlgut
Transparenz Mengen oft unbekannt Mengen werden erfasst und ausgewertet
Strategische Bedeutung Operatives Nebenprodukt Bestandteil der Ressourcenstrategie
Einfluss auf Nachhaltigkeit Gering Hoch (CO₂-Reduktion, ESG-Ziele)

Pfandsystem als Spiegel für die Industrie

In vielen Betrieben liegen heute bereits Wertstoffe vor, die noch als Abfall behandelt werden. Nicht, weil es keine Lösungen gibt – sondern weil der Wert noch nicht sichtbar ist. Das Pfandsystem zeigt, wie einfach der Mechanismus ist:

Sobald etwas einen Wert hat, behandeln wir es anders. Niemand würde eine Flasche achtlos wegwerfen, wenn darin Geld steckt. Dieses Prinzip gilt auch für industrielle Kunststoffabfälle.

Portrait von Joachim PuhmWir wollen Kreislaufwirtschaft in österreichische Betriebe bringen, erklärt Joachim Puhm. Nicht als Theorie oder Image-Thema, sondern aus der Praxis heraus. Dort, wo Kunststoffabfälle entstehen und sie wieder zum Wertstoff werden können. Indem wir gestalten, umsetzen und anpacken.

Aus Abfall wird Wertstoff –
und Wert schafft Verantwortung

Das Pfandsystem hat gezeigt, wie schnell sich Verhalten verändern kann. Nicht durch Appelle, sondern durch klare Rahmenbedingungen. Dasselbe Potenzial steckt auch in industriellen Kunststoffabfällen.

Was im Kreislauf bleibt, bleibt wertvoll.
Und wer den Wert erkennt, beginnt anders zu handeln.

Lesen Sie, wie Recycling für Ihr Unternehmen zum Wirtschaftsfaktor wird.

3 Fragen zur Wertigkeit des Kunststoffabfalls

Abfall wird zum Wertstoff, sobald er systematisch gesammelt, recycelt und als Sekundärrohstoffe wieder verwendet wird. Puhm Plastics & Recycling denkt noch einen Schritt weiter und entwickelt Konzepte, damit der Sekundärstoff wieder in dem Unternehmen eingesetzt wird, wo er ursprünglich als Abfall angefallen ist.

Weil sie einen Perspektivwechsel auslöst: vom Kostenfaktor hin zum Wertstoff. Wenn etwas einen Wert hat, wirft man es nicht weg. Damit wird die Grundlage für wirtschaftliches Recycling geschaffen.

Entsorgung beendet den Materialfluss: damit verschwindet Abfall aus dem Betrieb – und mit ihm jede Möglichkeit, daraus einen Nutzen zu ziehen. Recycling hält Materialien im Kreislauf und schafft neuen Wert.