Kunststoffrecycling erleben: VS Drasenhofen zu Besuch bei Puhm
Wie erleben Kinder Kunststoff-Recycling in der Praxis? Die VS Drasenhofen entdeckt bei Puhm den Wert von Ressourcen und Recycling.
31. August 2026
Blog
Plastics & Recycling
27. April 2026
Sekundärrohstoff und Recyclat live verarbeitet auf der K-Messe 2025Seit der Einführung des Pfandsystems 2025 zeigt sich in Österreich deutlich: Sobald Abfall einen Wert bekommt, verändert sich unser Verhalten. Leere Getränkeflaschen werden nicht mehr achtlos weggeworfen. Sie werden gesammelt, aufbewahrt und zurückgebracht.
Nicht, weil plötzlich alle Menschen ihr Umweltbewusstsein entdeckt hätten. Sondern weil man Geld zurück bekommt. Aus etwas, das man loswerden wollte, wurde ein Wertgegenstand.
Was einen Wert hat, wirft man nicht einfach weg.
Diese Dynamik ist auch für Unternehmen entscheidend – besonders im Umgang mit Kunststoffabfällen. Solange Abfall nur als etwas betrachtet wird, das entsorgt werden muss, bleibt er ein Kostenfaktor. Die Perspektive entscheidet darüber, ob Kunststoff im Unternehmen als Problem oder als Ressource gesehen wird. Die zentrale Frage lautet:
Üblicherweise fallen in produzierenden Unternehmen Kunststoffabfälle an – etwa Produktionsreste aus der Fertigung, Verpackungsfolien oder Ausschussmaterialien. Solange diese Materialien als Abfall betrachtet werden, entstehen nur Kosten für Entsorgung, Transport und administrativen Aufwand.
Sobald Kunststoffabfälle als Wertstoffe verstanden werden, verändert sich der Umgang damit grundlegend. Durch gezielt gesammelte, sortenrein geführte und wieder in den Kreislauf zurückgebrachte Materialien – entsteht Wert:
Plötzlich ist klar, wie viele Tonnen Kunststoff jährlich das Unternehmen verlassen – und welchen Wert das tatsächlich hat. Für die Geschäftsführung wird deutlich, dass Kreislaufwirtschaft kein Zusatzprojekt ist: sie wird Teil einer strategischen Entscheidung darüber, wie ein Unternehmen mit seinen Ressourcen umgeht.
In unserer Praxis beobachten wir, dass sich das Verhalten in den Unternehmen unserer Kunden verändert, sobald der Wert sichtbar wird. Aus einem Thema, das man möglichst schnell auslagern wollte, wird ein Bereich, den man aktiv gestaltet:
Wenn wir den Wert eines Materials erkennen, beginnen wir, Verantwortung dafür zu übernehmen. Dieser Perspektivwechsel ist oft der entscheidende Schritt hin zu funktionierender Kreislaufwirtschaft, meint Gabi Puhm, Geschäftsführerin der Puhm Green GmbH.
| Kriterium | Abfall | Wertstoff |
|---|---|---|
| Grundverständnis | Material, das entsorgt werden soll | Material mit weiterem Nutzen im Kreislauf |
| Wahrnehmung im Unternehmen | Störfaktor / Kostenstelle | Ressource / potenzieller Rohstoff |
| Ziel | Beseitigung | Wiederverwertung |
| Wirtschaftlicher Effekt | Verursacht Entsorgungskosten | Kann Erlöse oder Einsparungen bringen |
| Umgang im Betrieb | Wird gemischt gesammelt und abgeführt | Wird getrennt, sortenrein erfasst |
| Systemlogik | Linear (Ende des Lebenszyklus) | Zirkulär (Teil des Kreislaufs) |
| Beispiel Kunststoff | Verschmutzte, unsortierte Folien | Saubere, sortenreine Folien oder Mahlgut |
| Transparenz | Mengen oft unbekannt | Mengen werden erfasst und ausgewertet |
| Strategische Bedeutung | Operatives Nebenprodukt | Bestandteil der Ressourcenstrategie |
| Einfluss auf Nachhaltigkeit | Gering | Hoch (CO₂-Reduktion, ESG-Ziele) |
In vielen Betrieben liegen heute bereits Wertstoffe vor, die noch als Abfall behandelt werden. Nicht, weil es keine Lösungen gibt – sondern weil der Wert noch nicht sichtbar ist. Das Pfandsystem zeigt, wie einfach der Mechanismus ist:
Sobald etwas einen Wert hat, behandeln wir es anders. Niemand würde eine Flasche achtlos wegwerfen, wenn darin Geld steckt. Dieses Prinzip gilt auch für industrielle Kunststoffabfälle.
Wir wollen Kreislaufwirtschaft in österreichische Betriebe bringen, erklärt Joachim Puhm. Nicht als Theorie oder Image-Thema, sondern aus der Praxis heraus. Dort, wo Kunststoffabfälle entstehen und sie wieder zum Wertstoff werden können. Indem wir gestalten, umsetzen und anpacken.
Das Pfandsystem hat gezeigt, wie schnell sich Verhalten verändern kann. Nicht durch Appelle, sondern durch klare Rahmenbedingungen. Dasselbe Potenzial steckt auch in industriellen Kunststoffabfällen.
Was im Kreislauf bleibt, bleibt wertvoll.
Und wer den Wert erkennt, beginnt anders zu handeln.
Lesen Sie, wie Recycling für Ihr Unternehmen zum Wirtschaftsfaktor wird.
Wir analysieren Ihre Materialströme, konzipieren einen wirtschaftlich nachhaltigen Kreislauf und setzten mit Ihnen um.
Abfall wird zum Wertstoff, sobald er systematisch gesammelt, recycelt und als Sekundärrohstoffe wieder verwendet wird. Puhm Plastics & Recycling denkt noch einen Schritt weiter und entwickelt Konzepte, damit der Sekundärstoff wieder in dem Unternehmen eingesetzt wird, wo er ursprünglich als Abfall angefallen ist.
Weil sie einen Perspektivwechsel auslöst: vom Kostenfaktor hin zum Wertstoff. Wenn etwas einen Wert hat, wirft man es nicht weg. Damit wird die Grundlage für wirtschaftliches Recycling geschaffen.
Entsorgung beendet den Materialfluss: damit verschwindet Abfall aus dem Betrieb – und mit ihm jede Möglichkeit, daraus einen Nutzen zu ziehen. Recycling hält Materialien im Kreislauf und schafft neuen Wert.
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